Bestimmung des FTP Werts in PowerTraxx

max20Power

Dreh- und Angelpunkt für eine Leistungsbewertung im (Rad-) Sport ist der Übergang von der aeroben zur anaeroben Schwelle (ANS). Die Leistung, die an dieser Schwelle erzielt wird, ist die sog. “Functional Threshold Power”, oder auch FTP-Wert genannt.

 

Warum ist diese Schwelle so wichtig? Wer sie überschreitet, fährt “im roten Bereich”, die Muskeln produzieren Laktat (Salz der Milchsäure, kennen alle vom Muskelkater) und verkürzt damit seine “Reichweite”, im Extremfall kann man sehen, wie man mühsam wieder nach Hause kommt . . .  das haben sicher schon einige erlebt  ;-)

Wir wollen hier aber keine abschreckenden Szenarien aufbauen, sondern einfach nur kurz beschreiben, warum es wichtig ist, den Stoffwechsel seines Körpers besser zu verstehen.

Die Kenntnis dieser Schwelle ist erforderlich, um die Intensität des Trainings zu bestimmen (in PowerTraxx die Kennzahl “Intensität”), um wiederum daraus die Trainingsbelastung abzuleiten (TSS, ATL, CTL). Mit dieser Betrachtung steht dem PowerTraxx User ein sehr feiner “Seismograph” zur Verfügung, der zur Einschätzung des aktuellen Leistungsvermögens bzw. zur Planung von Wettbewerben oder anderen, leistungszehrenden Events eingesetzt werden kann.

Aber wie bestimmt man nun den FTP-Wert?

Genau genommen ist dies die Leistung, die vom Athleten maximal über eine Stunde erzielt werden kann. In der Praxis stellt sich jedoch das Problem, dass man gerne kürzere Zeiträume hätte, um diesen Wert zu bestimmen: Als ausreichend betrachtet man einen 20 Min.-Maximalwert, von dem man, um die kürzere Belastung auszugleichen, 5% abzieht.

PowerTraxx berechnet nun nach jeder Aktivität den im Training erzielten 20-Minuten-Maximalwert:

max20Power

In vielen Fällen jedoch wird damit nicht das maximale Potenzial des Athleten ausgedrückt, da eine maximale Leistungsabgabe über 20 Minuten häufig durch Abfahrten, Kreuzungen oder andere Unterbrechungen behindert wird.
Also heisst es beobachten. Es bewährt sich, im Zeitraum von 4 Wochen etwa diesen 20-Min.-Maximalwert zu notieren und den größten Wert aus dieser Reihe als seinen eigenen, persönlichen FTP-Wert festzusetzen (bei einer Korrektur von 5%). Oder sich eine Strecke auszusuchen, bei der eine Maximalbelastung über diesen Zeitraum gefahren werden kann.
Beispiel: 
Max. Leistung über 20 Minuten = 255 Watt ergibt einen FTP Wert von  255 Watt minus 13 Watt (ca. 5% von 255) = 242 Watt. Unter “Einstellungen” den FTP Wert  242 eingeben, das war’s. Ab jetzt fließt dieser Wert in alle zukünftigen Berechnungen ein. Es empfiehlt sich, den FTP-Wert pro Saison mehrfach zu bestimmen, um die eigene Leistungsentwicklung im Auge zu behalten.
Weitere Infos in unserem Blogeintrag zum Thema Trainingsbelastung und Fitness Index:
http://www.powertraxx.de/blog/?p=196
In wenigen Wochen erscheint das PowerTraxxx Trainingsmodul, mit dem diese und viele andere Kennzahlen, Trainingsbilanzen und Belohnungen von PowerTraxx automatisch berechnet, im zeitlichen Verlauf gespeichert und übersichtlich aufbereitet werden.

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 Leistungsreserve Krafttraining im Radsport

lifestyle

Der Autor des heutigen Blogbeitrags ist Stephan Loew, zweifacher RAAM-4er-Team und 5-facher Ironman-Hawaii-Finisher, “Brand-Speaker” Rennrad bei Fa. Ghost-Bikes. Mit seiner Fa. lifestyle analysiert er die Leistungsdaten seiner Kunden anhand von Stufentests, stimmt mit ihnen die möglichen Saisonziele ab und entwickelt darauf aufbauend maßgeschneiderte Trainingspläne für Lauf- und Radsport sowie Triathlon.

Wir bedanken uns bei Stephan und hoffen, dass Ihr diese Tipps aus dem “Profilager” für Eure persönlichen Ziele nutzen könnt.

lifestyle

Hier sein Beitrag:

Die Kraft ist eine Basisfähigkeit für jede sportliche Leistung. Wer im Spitzensport vorne dabei sein will, muss ein systematisches Krafttraining betreiben. Deshalb gehört bei vielen Sportarten das Üben mit Gewichten schon lange zum festen Bestandteil des Trainings. Quer durch alle Sportarten wird mit einem gezielten Kräftigen der Muskeln die Wettkampfleistung gesteigert. Dagegen wird in Ausdauersportarten wie dem Radsport und Triathlon das Training im Kraftraum oft skeptisch betrachtet.

Es wird meist nur mit dem Sportgerät Fahrrad trainiert, um die radsportspezifische Leistung zu steigern. Der Wert eines Krafttrainings wird bislang unterschätzt. Damit wird die Chance vertan, das individuelle Leistungsmaximum auszuschöpfen.
Mit der Kraft kommt die Geschwindigkeit
Die Rechnung für Radsportler scheint einfach: Mehr Kraft auf den Pedalen bei gleich bleibender Kadenz bedeutet mehr Leistung. Und mehr Leistung bedeutet mehr Geschwindigkeit – das große Ziel jedes ambitionierten Radsportlers. Eine hohe maximale Geschwindigkeit ist besonders in rennentscheidenden Situationen wie dem Zielsprint von Bedeutung.
Je schneller und je mehr Kraft hier ein Fahrer auf die Pedale bringt, desto größer sind seine Siegeschancen. Ein hohes Kraftniveau ist ebenfalls von Bedeutung, um am Berg erfolgreiche Attacken zu fahren oder Angriffe von Gegnern zu parieren. Hierbei müssen die Fahrer Leistungen von z.T. Über 1.000 Watt erbringen. Je mehr sich die zu erbringende Leistung dem individuellen Kraftmaximum nähert, desto größer ist die Bedeutung der Maximalkraft. Die höchsten Leistungen sind beim Radsport. Die zu erwarteten Anpassungen hinsichtlich einer verbesserten Ermüdungswiderstandsfähigkeit werden bereits durch die Form des Intervalltrainings auf dem Fahrrad angesprochen.
Von einem speziellen Kraftausdauertraining sind keine weiteren Effekte für Radsportler zu erwarten, da die Anpassungseffekte primär auf der Ebene der Energiebereitstellung liegen und weniger die Kraftkomponente betreffen. (mehr …)

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